Was wird getan?


Neben Hunger und Durst erleiden die Kinder in den bewaffneten Gruppen und Armeen ein unvorstellbares Leid. Die Folgen sind für die Kinder gravierend. Sie wachsen inmitten von Krieg und Gewalt auf und stumpfen ab. Die Mehrheit der Kindersoldaten bleibt ihr Leben lang traumatisiert. Sie haben keine Schulausbildung und keine Zukunft.

Es sind jedoch DIESE Kinder, aus denen zukünftige Generationen wachsen, auf denen die Hoffnung liegt, Frieden zu schaffen in Ländern, die seit Jahrzehnten nichts anderes als Krieg und Gewalt erlebt haben. Aber wie Frieden schaffen, wenn man den Frieden gar nicht kennt und wenn man jede Hoffnung aufgegeben hat?

 

Und die Internationale Gemeinschaft?

Die Vereinten Nationen legten zwar 2002 in der UN-Kinderrrechtskonvention fest, dass Kinder unter 18 Jahren vor Krieg und Gewalt geschützt werden sollen. Freiwillig dürfen jedoch immer noch 15-Jährige zur Armee. Auch Deutschland hat das Zusatzprotokoll nur unter dem Vorbehalt ratifiziert, dass das Mindestalter für Freiwillige bei 17 Jahren bleibt.

Menschenrechtsorganisationen fordern eine weltweite strikte Regelung auch für Freiwillige unter 18 Jahre.
 

Der Internationalen Strafgerichtshof

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof wurde der kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga und der ehemalige liberianische Präsident Charles Taylor der Zwangsrekrutierung und des Kampfeinsatzes von Kindern unter 15 Jahren angeklagt. Die Wirkung solcher Prozesse ist nicht zu unterschätzen.

Kinder aus den Armeen und bewaffneten Gruppen herauszuholen, ist eine der Aufgaben, vor denen die Internationale Gemeinschaft und die Gesellschaften heute stehen. Die zweite ebenso wichtige Aufgabe ist es, diesen Kindern eine Zukunft zu bieten.

In Reha-Projekten können die Kinder einen Tagesablauf in Frieden und Zusammenhalt kennen lernen, zur Schule gehen und psychologisch betreut werden. Von diesen Projekten gibt es bis heute viel zu wenige.

 

Die Liste der Schande

 

Die Liste der Schande ist ein Instrument der Uno-Abteilung. Auf ihr sind Staaten verzeichnet, die Kinderrechte massiv verletzen.

Wegen dreier Vergehen an Kinderrechten können Staaten und nichtstaatliche Gruppen auf der Liste landen: Rekrutierung und Einsatz von Soldaten, Tötung von Kindern und sexuelle Gewalt an Minderjährigen.

Ziel der Liste ist, mit internationaler Ächtung und gegebenenfalls Sanktionen die Staaten zum Verzicht auf Kindersoldaten zu bewegen.

Im Idealfall soll es jedoch gar nicht erst zu Sanktionen kommen. Die Listung soll vielmehr dazu führen, dass die betroffenen Gruppen, Institutionen und Staaten einlenken und Kinder nicht weiter im Krieg einsetzen oder schädigen.

Die Arbeit der Uno-Abteilung umfasst dabei zwei Aufgaben: Sie dokumentiert den Einsatz von Kindersoldaten und Verstöße gegen Kinderrechte. Falls sie mit den beteiligten einen Aktionsplan aufstellen kann, überwacht sie die Einhaltung der Vereinbarung.

Seit Januar 2010 hat Deutschland den Vorsitz in der Arbeitsgruppe für Kinder in bewaffneten Konflikten. Ein Ziel der Mitarbeiter ist, auch den Beschuss von Schulen und Krankenhäusern „listenfähig“ zu machen. Eine entsprechende Resolution ist in Arbeit und soll im Juli zur Abstimmung gebracht werden.

Gelistet sind momentan 14 Staaten, in denen zwischen ein und acht zumeist nichtstaatliche Gruppen Kindersoldaten rekrutieren oder andere Gewalt auf Kinder ausüben: Afghanistan, Burundi, Elfenbeinküste, Haiti, Indien, Libanon, Palästina und Israel, Pakistan, Thailand, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Irak, Birma, Nepal, Somalia, Sudan, Kolumbien, Philippinen, Sri Lanka, Uganda und Jemen.

Die einzigen Staaten, die von der Listung bisher unbeeindruckt geblieben sind, sind die Demokratische Republik Kongo und die Elfenbeinküste. Hier wurden erstmals wegen Verstößen gegen Kinderrechte Sanktionen verhängt. nos

 

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